Der gebürtige Engadiner nahm in jungen Jahren allen Mut zusammen und gründete mit damals 28 Jahren seine eigene Schreinerei in Strada. Curdin Müller blickt heute 20 Jahre zurück und vermerkt: «Jedes unserer Möbelstücke trägt noch immer eine ganz persönliche Handschrift und dahinter steckt eine grosse Portion Leidenschaft.» Die Schreinerei arbeitet mit 10 Mitarbeitern in einer kleinen, aber feinen Werkstatt mit eigenem Holz-Trockenlager.

«Durch neue Technologien und der mobilen EvoLive Lösung lassen sich Projektdaten, Zeiten und Adressen von überall erfassen oder nachschlagen.»

Curdin Müller
bei Falegnamaria Curdin Müller

Mund-zu-Mund-Propaganda und der persönliche Kundenkontakt spielen eine zentrale Rolle im Bündner-Tal. Hier kennt jeder jeden und umso wichtiger ist es, sein Talent unter Beweis zu stellen – es spricht sich schnell rum. Um im Gespräch zu bleiben, arbeitet Curdin Müller mit Architekten, Verbänden und Partnern aus der Region zusammen. So werden die am angegrenzten Wald eigens ausgesuchten Lärchen, Fichten oder Arven durch das Forstunternehmen und den Sägereien aus dem Engadin gefällt und geschnitten.

Aus dem Massivholz entstehen Küchen, gesamte Innenausbauten, Einzelmöbel sowie individuelle Wunschanfertigungen. Zu ihrer Spezialität gehören Unebenheiten. «Wände, Böden und Winkel haben keine Standardmasse. Die alten Engadiner Häuser und Ställe sind alles andere als gewöhnlich», lacht Curdin Müller. Es brauche sehr viel Feingefühl und gute Materialien, um die Gebäude wieder glänzen zu lassen. Alte Stalltüren oder Böden werden wiederbelebt und von Hand bearbeitet. Er selbst arbeitet am liebsten mit japanischen Traditionstechniken, beispielsweise mit seinem Spezialhobel. Dieser gehört zum täglichen Einsatz und verleiht dem Holz einen wunderschönen und natürlichen Glanz.

Selten werden die Holzelemente lackiert oder beschichtet. Vielmehr lassen sie diese unbehandelt oder werden nach dem Hobeleinsatz geölt oder geseift.
Ihre Ausstellungsstücke stehen im Showroom in Scuol. Dieser wird von Touristen und Gästen schweizweit besucht und erhöht dadurch den Kundenkreis. Durch neue Technologien und der mobilen EvoLive Lösung lassen sich Projektdaten, Zeiten und Adressen von überall erfassen oder nachschlagen. Dies vereinfache die spontanen Kundengespräche enorm. «Früher mussten wir zurück in die Werkstatt fahren oder den Termin auf einen geplanten Tag verschieben», sagt Curdin Müller.

«Das Handwerk wird zum Luxusprodukt – Handwerk braucht Zeit, ohne Zeit gibt es kein Handwerk und Zeit kostet Geld.» Die Kunden fallen leider, wie so selten, nicht einfach vom Himmel. Für viele Leute in der Umgebung sei es eine sehr kostspielige Sache. Doch wenn jemand bereit sei, für ein Handwerk-Möbel zu investieren, habe dieser Jemand etwas Gutes getan. Er schenke einem Arbeiter Leben.